Zahlreiche Bestandsbauwerke im Verkehrsbau, Hoch- und Ingenieurbau sind mit Spannstählen hergestellt worden, die eine ausgeprägte Neigung zur wasserstoffinduzierten Spannungsrisskorrosion aufweisen. In der Mehrzahl der Fälle kann für diese Bauwerke/Bauteile kein ausreichendes rechnerisches Ankündigungsverhalten nachgewiesen werden. Bei diesen Bauwerken besteht damit die Gefahr eines plötzlichen Kollabierens unter Gebrauchslasten.
Es werden die materialtechnischen Untersuchungsbefunde von 20 Spannbetonbrücken und 5 Hochfertigteilträgern sowie Hohlplattendeckenelementen vorgestellt, die in den Jahren zwischen 1955 und 1977 erstellt worden sind. Die Datengrundlage ist die Beprobung von insgesamt rd. 150 Spanngliedern, rd. 260 Spannstäben. Die Arbeitsschritte Auswahl von Probenentnahmestellen, Lokalisierung der Spannglieder bzw. Spannstäbe, Beurteilung der Zugversuche, Untersuchungen mit der Stereolichtmikroskopie sowie Rasterelektronenmikroskopie, Magnetpulverprüfung, Beurteilung der Bruchkonfiguration, Chloridprofile u. a. werden im Detail erläutert. Dabei wird u. a. folgenden Fragestellungen nachgegangen:
- Welche Merkmale beeinflussen die Spannungsrisskorrosion?
- Wie ist eine akute Spannungsrisskorrosion nachweisbar?
- Welche Kriterien ermöglichen es, eine Restnutzungsdauer abzuschätzen?
- Welche Maßnahmen im Zuge der Instandhaltung sind erforderlich, um das Risiko des Bauteilversagens einzugrenzen?
- Ist das Installieren von Schallemissionssensoren (SE) und das zugehörige Monitoring ein geeignetes Verfahren, um ein plötzliches Kollabieren des Bauwerks zu prognostizieren?
Teilnehmende
Qualifizierte Tragwerksplaner, Ingenieure und Architekten, qualifizierte Führungskräfte